CDU kürt Christian Vogt zum Bürgermeisterkandidaten für Hofheim

24. Mai 2018

Er ist der Hoffnungsträger: Christian Vogt soll nach mehr als 17 Jahren SPD-Herrschaft an Hofheims Verwaltungsspitze das Bürgermeisteramt zurückerobern. Mit vollem Rückhalt der CDU.

Hofheim. 

Runde 100 Sekunden währte am Dienstagabend der stehend dargebrachte Applaus, nachdem Landrat Michael Cyriax als Versammlungsleiter das „bombastische Ergebnis“ verkündet hatte: Mit 98,3 Prozent Zustimmung kürte die Hofheimer CDU ihren Vorsitzenden Christian Vogt zu ihrem Bürgermeisterkandidaten. Nominiert worden war Vogt von Partei- und Fraktionsvorstand bereits im Januar, kurz nachdem Gisela Stang (SPD) bekanntgegeben hatte, kein weiteres Mal für das Amt des Rathauschefs zu kandidieren. 57 der anwesenden 58 Mitglieder bei der außerordentlichen Wahlversammlung in der Hofheimer Stadthalle folgten diesem Vorschlag, den zuvor Patrick von Rosen für die Partei noch einmal kurz begründet hatte.

„Er wird anpacken“

Die berufliche Qualifikation und Erfahrung des Bankkaufmanns und Juristen Vogt, der unter anderem Büroleiter des Rüsselsheimer Oberbürgermeisters war und derzeit als Referent im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst arbeitet, führte von Rosen an. Dazu komme die kommunalpolitische Tätigkeit des heute 38-Jährigen, die 2001 in Wallau begann. 2011 wurde er Vorsitzender des Stadtverbands. Der in Wallau aufgewachsene und derzeit in Marxheim wohnende Stadtverordnete sei „zuverlässig und sehr engagiert. Er wird sich nicht verbiegen lassen und die Dinge anpacken“, so von Rosen.

Das unterstrichen in der folgenden Aussprache gleich eine ganze Reihe von Rednern, angefangen von Vogts derzeitigem Chef, Staatssekretär Patrick Burghardt, der auch schon als Rüsselsheimer Oberbürgermeister sein Vorgesetzter war. Er sei „in einer richtig blöden Situation“, so Burghardt, „denn ich empfehle ihnen heute eigentlich meinen besten Mann, und das aus vollem Herzen.“ Er habe aber gemerkt, dass Vogt die Kandidatur wolle. „Und wenn er etwas will, dann packt er die Dinge an und setzt sie um“, weiß Burghardt von seinem engen Mitarbeiter, der ihm zum Freund und geschätzten Ratgeber geworden sei.

Pluspunkt Teamfähigkeit

In dasselbe Horn stieß Staatsminister und CDU-Kreischef Axel Wintermeyer. Hofheim sei „ein besonderes Pflaster“, auch was die Union angehe, räumte Wintermeyer ein. Sie zu führen, das habe Vogt „sehr, sehr gut gemacht“. Wintermeyer hob Vogts „Teamfähigkeit“ hervor, die heute ganz besonders wichtig sei. Vogt leiste nicht nur gute Arbeit, er bringe auch frische Ideen mit. „Das ist auch das, was Hofheim braucht“, denn von dem „frischen Wind“, den Bürgermeisterin Stang habe ins Rathaus bringen wollen, sei „kein laues Lüftchen übrig geblieben.“ Es gelte nun, die Stadt weiter voran zu bringen. Die Zeit für einen Wechsel sei „reif und überfällig“, die CDU werde dafür „mit Entschlossenheit und auch mit Geschlossenheit“ kämpfen.

Für die CDU-Bürgermeister im Kreis sprach der Krifteler Rathauschef Christian Seitz. Er empfahl den Hofheimern, den Wahlkampf in dem Geist zu führen, der auch die Eintracht zum Pokalsieg gebracht habe: „Füreinander kämpfen, laufen rennen.“

Was die CDU „trotz SPD-Bürgermeisterin“ in Hofheim erreicht habe, sei „eine ganze Menge“, konstatierte Erster Stadtrat Wolfgang Exner, der letzte von drei CDU-Kandidaten, die gegen Stang den kürzeren gezogen hatten. Die Niederlage sei zwar schmerzlich gewesen, der damalige Wahlkampf habe aber die gute Erkenntnis gebracht, dass die Hofheimer CDU wieder kampagnefähig sei, hob Exner hervor. Das sei Vogts Verdienst. „Er hat die Partei nach jahrelanger Zerstrittenheit wieder geeint.“

Wie zur Bestätigung ließen es sich Seniorenunion, Frauenunion und Junge Union und auch Fraktionschef Alexander Kurz nicht nehmen, dem Kandidaten ihre volle Unterstützung zuzusichern. Der strahlte nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses nur noch, die leichte Anspannung bei seiner Bewerber-Rede (siehe Info) war abgefallen. 98 Prozent fühle sich „fast noch besser an als 100 Prozent“, befand Vogt und ergänzte: „Jetzt geht es los, ich trete an. Und das geht nur mit ihnen.“

 

Quelle: Höchster Kreisblatt vom 24.05.2018,

http://www.kreisblatt.de/lokales/main-taunus-kreis/CDU-kuert-Christian-Vogt-zum-Buergermeisterkandidaten-fuer-Hofheim;art676,2997185